HISTORIE
2020

Partner-Netzwerk One-MTM startet

Die Mitglieder des Internationalen MTM-Direktorats (IMD) stimmen mit der erforderlichen 2/3 Mehrheit für die Auflösung der 1957 gegründeten Organisation. Damit ist der Weg frei für die Etablierung eines neuen, zukunftsfähigen Geschäftsmodells zur weltweit einheitlichen Verbreitung der Prozesssprache MTM. Das Partner-Netzwerk One-MTM, dem bis dato elf nationale Vereinigungen auf vier Kontinenten angehören, nimmt am 02.02.2020 seine Arbeit auf. Das Headquarter ist bei der MTM ASSOCIATION e. V. in Deutschland.

2019

MTM ASSOCIATION e. V.

Die Deutsche MTM-Vereinigung e. V. schlägt ein neues Kapitel ihrer Geschichte als gemeinnütziger Industrieverband auf: Die Mitgliederversammlung beschließt die Änderung des Namens Deutsche MTM-Vereinigung e. V. in
MTM ASSOCIATION e. V. Dies und der Erwerb der alleinigen Nutzungsrechte am MTM-Grundsystem (MTM-1) sind folgerichtige Schritte zur Internationalisierung des Vereins. Viele Unternehmensmitglieder sind weltweit tätig und setzen gerade in Sachen Ausbildung auf Unterstützung durch den Industrieverband. Als weltweit größte MTM-Organisation sieht sich die MTM ASSOCIATION e. V. daher in der Verantwortung, MTM im internationalen Partner-Netzwerk als globalen Standard zu etablieren und weiterzuentwickeln.

 

1962

MTM in Deutschland

1962 gründen 17 namhafte deutsche Unternehmen – darunter Robert Bosch GmbH, Daimler-Benz AG, Felina GmbH, IBM Deutschland, Singer Nähmaschinenfabrik AG, Maggi-GmbH und Vorwerk & Co. – die Deutsche MTM-Vereinigung e. V. Mit MTM haben sie ein Instrument zur Hand, mit dem sie die Produktivität steigern und so die Wettbewerbsfähigkeit verbessern können. Der gemeinnützige Industrieverband zählt heute gut 250 Unternehmensmitglieder, die allein in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Beschäftigte repräsentieren.

1955

MTM wird weltweit verbreitet

Harold Bright Maynard gründet 1951 in New York die “U.S. MTM Association for Standards and Research”. Dieser Non-Profit-Organisation übertragen die drei MTM-Entwickler alle Nutzungsrechte am MTM-Verfahren. US-amerikanische Beratungsunternehmen bringen MTM Anfang der 50er Jahre nach Europa. Bereits 1955 wird in Schweden die erste nationale MTM-Vereinigung Europas gegründet, 1957 in der Schweiz, dann in Holland und in Frankreich. In Paris beschließen 1957 alle bis dahin bestehenden nationalen MTM-Vereinigungen die Gründung eines Internationalen MTM-Direktorats (IMD), das die weltweit einheitliche Anwendung des MTM-Verfahrens sicherstellen soll.

1948

"Methods-Time Measurement"

Harold Bright Maynard, John Lenhard Schwab und Gustave James Stegemerten erarbeiten die Grundlagen von MTM: Sie filmen überall in den USA Beschäftigte unterschiedlicher Fertigungsbereiche bei der Arbeit und entschlüsseln elementare Hand- und Fingerbewegungen sowie Blickfunktionen, später auch Körper-, Bein- und Fußbewegungen. Damit sind alle Grundbewegungen definiert. Die Wissenschaftler orientieren ihr System am Leistungsvermögen durchschnittlich geübter Arbeiter; so wird erstmals eine Norm für die Bewertung menschlicher Arbeit definiert, vergleichbar mit dem Urmeter. 1948 erscheint ihr Buch „Methods-Time Measurement“ – die offizielle Geburtsstunde des MTM-Verfahrens.

1926

Methode und Zeit finden zueinander

Zahlreiche Forscher wenden sich den Bewegungsstudien zu, um Regeln für möglichst zeit- und kraftschonende Bewegungsfolgen zu ermitteln. Asa Bertrand Segur gelingt es, den Therbligs Zeitwerte zuzuordnen. Bewegungsabläufe lassen sich nun auch quantitativ bewerten. Er veröffentlicht 1926 seine Arbeit unter dem Titel „Motion Time Analysis“ (MTA). Segur weist nach, dass die Ausführungszeit, die Menschen mit gleicher Geschicklichkeit, gleichen Fähigkeiten und gleicher körperlicher Beanspruchung zur Verrichtung einer Arbeitsaufgabe benötigen, von der Methode abhängig ist, die sie anwenden.

1900

Die Entdeckung der Therbligs

Als der amerikanische Bauunternehmer Frank Bunker Gilbreth Maurern bei der Arbeit zusieht, fällt ihm auf, dass sie unnötig Kraft vergeuden. Die Suche nach der optimalen Arbeitsmethode lässt ihn nicht mehr los. Im Gegensatz zu Frederick Winslow Taylor, Begründer der wissenschaftlichen Betriebsführung, ist Gilbreth weniger an einer Steigerung der Arbeitsleistung als vielmehr an der optimalen Arbeitsmethode und Arbeitsplatzgestaltung interessiert. Gilbreth begründet das Bewegungsstudium. Dazu verwendet er den Film und einen mitlaufenden Zeitmesser. Nach seiner Theorie lassen sich alle menschlichen Bewegungen auf 17 Grundbewegungen (Therbligs) zurückführen. Um die optimale Arbeitsmethode zu ermitteln, eliminiert er nun jedes Therblig, das nicht dem Arbeitsfortschritt dient. Das Rohmaterial für die Entwicklung des MTM-Verfahrens ist gefunden.

1769

Die industrielle Revolution

Das Zeitalter der industriellen Revolution verändert die Welt. Als James Watt 1769 seine Niederdruck-Dampfmaschine patentieren lässt, läutet er die größte technische Umwälzung in der Geschichte ein. Dass die fortschreitende Mechanisierung der Fabrikarbeit eine neue Unternehmenskultur verlangt,
erkennen vorerst nur wenige Unternehmer.